Keine Einbindung in normalen Schulbetrieb für behinderte Kinder
Behinderte Menschen müssen Tag für Tag mit zahllosen Problemen rechnen. Hiervon betroffen sind nicht nur die Erwachsenen, die oft genug von der Gesellschaft ausgeschlossen werden, sondern auch die Kinder. Egal, ob sie körperlich oder geistig behindert sind, sie müssen oftmals in spezielle Schuleinrichtungen gehen. Eine Teilnahme am ganz normalen Schulbetrieb wird ihnen aufgrund ihrer Behinderung oftmals versagt.
Das bedeutet jedoch, dass diese Kinder auch später kaum in die „normale“ Gesellschaft integriert werden können. Denn sie können bereits während der frühen Kindheit keine üblichen sozialen Kontakte aufbauen. Sie werden isoliert von gesunden Kindern und können Freundschaften nur mit anderen behinderten Kindern aufbauen.
Das führt langfristig dazu, dass sich diese Kinder abkapseln werden. Dadurch wird ihnen schon in jungen Jahren jede Chance auf eine Integration in die Gesellschaft genommen. Um das Problem zu lösen, müsste das gesamte deutsche Schulsystem umgestellt werden. Es müsste integrative Projekte geben, bei denen die Lerngeschwindigkeit auf jeden Schüler einzeln abgestimmt wird, aber dennoch niemand aus dem Klassenverbund ausgeschlossen wird. Dass eine solche Umstellung des gesamten Bildungswesens nicht von heute auf morgen möglich ist, ist nachvollziehbar. Doch bisher werden ja nicht einmal die Versuche unternommen, Pilotprojekte zur Thematik zu starten, so dass in den kommenden Jahren kaum eine Veränderung zu erwarten ist.
Die Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, das eine Diskriminierung Behinderter vermeiden soll, kann nicht viel bringen, wenn nicht einmal behinderte Kinder in die Gesellschaft integriert werden können. Denn sie können nie lernen, wie sie sich in der Gesellschaft verhalten sollen und sich so auch kaum in die üblichen Abläufe eines normalen Betriebs eingliedern. Vielmehr werden sie als Erwachsene nur in wiederum isolierten Behindertenwerkstätten beschäftigt.